Brot wirkt auf uns-"Der
physiologische Blick auf unterschiedliche Brotqualitäten"
Wie Brot auf uns wirkt hängt von den
Zutaten, der Zubereitung, den Kombinationen beim Essen
und dem Essstil ab. Es kann sehr bekömmlich sein oder
es kann uns belasten. Der Vortrag zeigt ernährungsphysiologische
Zusammenhänge und in welchen Formen das Brot uns gut
tut. Etwa welche Zutaten lassen ein hochwertiges Brot
entstehen und auf welche kann es verzichten? Wie wirken
sich Getreidequalität und Produktionsweise auf die Bekömmlichkeit
des Brotes aus? Welcher Brotbelag passt auf ein Roggensauerteigbrot?
Der Vortrag versucht, Antworten auf diese Fragen zu
finden.
Karin
Buchart, Ernährungswissenschafterin, leitete 10 Jahre
die Diät- und Lehrküche der Sanitas Alpenklinik Inzell,
einer Fachklinik für Allergieerkrankungen. Seit dieser
Zeit sind Nahrungsmittelallergien, Unverträglichkeiten
und vor allem die Bekömmlichkeit von Speisen einer ihrer
Schwerpunkte. Im Jahr 2005 gründete sie die Firma essimpuls,
die sich vorrangig mit nachhaltigen Ernährungskonzepten
befasst. Buchart ist Projektleiterin des TEH Projektes
(Traditionelle Europäische Heilkunde), in dem die traditionellen
regionalen Heilweisen und Heilmittel thematisiert werden
(www.teh.at).
Mag. Karin Buchart
+43 (0)664 599 1811
karin@buchart.at www.essimpuls.at
Einmal im Jahr wurde
gebacken - auf der Suche nach dem Walliser Roggenbrot
Geboren und aufgewachsen
ist die gelernte PR Fachfrau Susanne Hugo-Lötscher in
Agarn. Einem kleinen Walliser Dorf auf der Schattenseite
des Tales. Durch die Heirat mit Bruno Hugo lernte sie
nicht nur
Erschmatt, sondern auch die alte Tradition des Roggenbrotbackens
kennen.
Neugierig und aufgeschlossen wie sie ist, war sie sofort
begeistert von dieser urchigen Tradition und sie erkannte
den Wert dieser Gemeinschafts-arbeit, welche in früheren
Zeiten das Überleben in den Walliser Bergdörfern sicherte.
Seit Beginn der 80 er Jahre bäckt sie mit Verwandten
und Bekannten zusammen regelmässig ihre Brote im grossen
Burgerofen.
An die 120 und mehr Brote zumal und noch heute freut
sie sich jedes Mal über den Duft der frischen Brote
und das gemeinsame Erlebnis. Im Jahre 2000 erarbeitete
sie zusammen mit ihrem Mann Bruno das Konzept und ein
Tagesprogramm für das Backerlebnis Erschmatt. Mit diesem
Angebot wurde die alte Tradition aufgewertet, weiter
entwickelt und so ist es nun während dem ganzen Jahr
hindurch möglich in Erschmatt das Backen von Roggenbrot
selber zu erleben.
Ergänzt wird ein solcher Backtag mit dem Besuch im Sortengarten
Erschmatt, wo vom Biologen Roni Vonmoos- Schaub seit
über 20 Jahren viele alte Getreide- und Ackerbegleitflora
angepflanzt und erhalten werden. Abgerundet wird ein
solcher Backtag mit feinen Walliser Spezialitäten und
ab und zu kommt auch Susannes Talent fürs Sagenerzählen
voll zum Zuge.
Zurzeit ist Susanne Kampagneleiterin für die Abstimmungsvorlage
vom 17. Mai 2009 wo in der Schweiz über "Zukunft mit
Komplementärmedizin" abgestimmt wird. An Arbeit
und Begeisterung fehlt es der vielseitig interessierten
und engagierten Backfrau aus dem Wallis nie.
Der Backofen. Ort der großen Transformation-
Abenteuerlicher Spaziergang, Spaziergang durch die Kulturgeschichte
Gisula Tscharner: Geboren
1947 am Zürichsee, in einem Haus mit vielen Kindern,
Freunden, Begegnungen. Theologiestudium in Zürich/Basel.
In Graubünden grosse Liebe und Familiengründung. 20
Jahre lang als ambulante Pfarrerin in ganz Mittelbünden,
Erwachsenenbildung und Gemeindepolitik.
Seit 15 Jahren freiberufliche Theologin für Zeremonien
zu Lebensübergängen, in Stil und Inhalt konfessionsunabhängig
und persönlich abgestimmt. Begegnungen faszinieren mich,
mit Menschen, Tieren, Pflanzen, Erde und Kosmos.
Als Sammelweib kreiere ich wilde Köstlichkeiten zum
Trinken und Schmausen, reiste einige Jahre mit dem Catering
WildeWeiberBar durchs Land. Durch meine Bücher im AT-Verlag
kann ich zusätzlich viele Menschen dazu anregen, in
sich und in der Natur versteckten Reichtum zu finden.
Heute bündele oder verdichte ich all diese Erfahrungen
in rituellen Anlässen, Referaten und Kursen, und immer
kombiniert mit Trünken und Häppchen aus freier (Pflanzen-)
Wildbahn. So verbindet sich beides: Kopf und Sinne,
Erde und Himmel, das heisst geistiges und leibliches
Wohlsein/Heilsein/Gesundsein. www.gisula.ch
In Fülle leben
Kaspanaze
Simma (geb. 1954) lebt und betätigt sich mit Lucia und
fünf gemeinsamen Kindern in ihrer Land- und Hauswirtschaft.
Besondere Beachtung schenken sie in ihrer Ökonomie einem
hohen Eigenversorgungsanteil, was aus ihrer Sicht auch
eine "für Fülle" hilfreiche Verbindung "von Leben und
Arbeiten" unterstützt. Während einiger Lebensphasen
hat sich Kaspanaze Simma auch politisch für obige Anliegen
eingesetzt, u.a. auch als grüner Abgeordneter im Vorarlberger
Landtag (1984-89; 1994-99)
Werte, Werte, Werte
"Metzgermeister"
steht als Berufsbezeichnung auf dem Briefkopf des Diplom-Kaufmanns
und Unternehmers Karl Ludwig Schweisfurth, der sich
damit stolz zu seiner Herkunft aus diesem Handwerk bekennt.
Geboren wurde Karl Ludwig Schweisfurth in Herten, wo
schon sein Großvater das nach der Stadt benannte Metzger-Unternehmen
gründete. Der Vater setzte die Familientradition fort
und als dieser starb, ging die Verantwortung auf den
Sohn Karl Ludwig über. Dieser baute, Laden um Laden
und Fabrik um Fabrik, das Unternehmen, in dem es immer
"um die Wurst" ging, zu einem der größten Konzerne dieser
Branche in Europa aus.
Im Jahre 1985 stieg KLS, der erfolgreiche Unternehmer,
aus. Er verkaufte den größten Teil seines Konzerns,
der mit 5000 Mitarbeitern und Fabriken bzw. Niederlassungen
in fast allen europäischen Ländern mehr als eineinhalb
Milliarden DM pro Jahr umsetzte.
Seither widmet er sich der von ihm im gleichen Jahr
gegründeten Stiftung, deren Aufgabe in der Förderung
von Wissenschaft und Forschung sowie Erziehung und Bildung
liegt.
Außerdem hat KLS mit den "Herrmannsdorfer Land-Werkstätten",
einem Langzeitgroßversuch zur Erzeugung von "Lebens-Mitteln",
ein sinnvolles und dazu noch wirtschaftliches Alternativmodell
zur herkömmlichen Nahrungsmittelproduktion gegründet.
Karl Ludwig Schweisfurth erhielt am 27. September den
B.A.U.M. Umweltpreis 1999. Er wurde von Bundeswirtschaftsminister
Dr. Werner Müller und dem B.A.U.M. Vorstand in Berlin
übergeben. Mit dem Preis werden Personen geehrt, die
sich im Sinne eines ganzheitlichen Umweltmanagements
durch langjähriges Engagement und beispielhafte Initiative
für ökologische Innovationen verdient gemacht bzw. sich
seit vielen Jahren mit vorbildlichen wissenschaftlichen
Leistungen dem Umweltschutz verpflichtet haben.
Moderiertes Gespräch Apollonia
Poilâne - Britta Steinwendner zum Thema: Das
Haus Poilâne, die größte Holzofenbrotmanufaktur
der Welt
Der Fedex-Bote klingelt - jetzt gibt's
Frühstück: Nicht wenige US-amerikanische Gourmets bemühen
den Kurierdienst, um sich Brot bringen zu lassen. Nicht
irgendein Brot, sondern eines aus Paris, das von Poilâne.
Vom Pariser Flughafen Roissy lässt das französische
Unternehmen jeden Tag hunderte von Laiben Brot in alle
Welt ausfliegen.
Bei Poilâne kaufen Robert de Niro, Lauren Bacall, Johnny
Depp, Steven Spielberg und andere Berühmtheiten. Andy
Warhol ließ Freunden in New York zu Weihnachten per
Concorde ganze Poilâne-Ladungen schicken. Catherine
Deneuve wohnt nicht weit von dem kleinen Poilâne-Stammgeschäft
in der Pariser Rue du Cherche-Midi entfernt und mag
das Brot ebenfalls.
Ein US-Millionär zahlte Poilâne vor Jahren 100 000 Dollar
gegen das Versprechen, seine Kinder und Enkel bis an
ihr Lebensende jede Woche mit einem Brot zu versorgen.
Mit diesen und allen anderen Kunden macht Poilâne zwölf
Mio. Euro Umsatz im Jahr.
Die kleine Bäckerei in der 'Rue du Cherche Midi' hat
es zum globalen Unternehmen gebracht, weil das Produkt
kein bloßes Nahrungsmittel mehr ist, sondern auch ein
verzehrbares Statussymbol, ein Designobjekt aus Sauerteig.
Moderiertes Gespräch Prospere
Radiloffe - Arnaud Vercken zum Thema: Ein Ofen in Analaroa
Brot als Kulturgut
Der Mensch lebt nicht von Brot allein,
aber ohne das taegliche Brot koennen wir nicht leben.
Schon gar nicht gut leben. Brot kann geteilt, gebrochen
werden. Und so entsteht Kultur. Kultur ist das, was
mehr wird dadurch, dass es geteilt wird
(ein schoener Satz von Hans Georg Gadamer). Kann Brot
durch Teilen vermehrt werden? Welche Bedeutung hat Brot
fuer unsere Kultur, wie zeigt sich das in der Geschichte?
Gibt es eine "Brotsprache" - was druecken wir mit "Brot"
aus? Was heisst es, das Brot als Kulturgut anzusehen?
Referent: Clemens Sedmak, geb. 1971, Philosoph und Theologe,
verheiratet, drei Kinder, lebt in Salzburg und London.
Diese Veranstaltung wird ermöglicht
durch die finanzielle Unterstützung von der Marktgemeinde
Rauris, dem Land Salzburg, dem Nationalpark Hohe Tauern und
der Bäckerei Itzlinger.